Wie krisensicher sind Ihre Vorsorgeprodukte?

Wie krisensicher sind Ihre Vorsorgeprodukte?

In letzter Zeit erschüttern uns immer neue Nachrichten aus dem Finanzsektor und die Frage nach der Sicherheit der persönlichen Vorsorge ist durchaus berechtigt. Wir zeigen Ihnen, welche Produkte wie sicher sind. Prüfen und optimieren Sie gegebenenfalls rechtzeitig.

Je reditestärker die Anlageform ist, desto höher ist meist auch das Risiko. Wer z.B. Fondsanteile anstatt festverzinslicher Papiere geht ein erhöhtes Risiko ein. Bei den meisten Produkten können Sie selber beim Abschluss festlegen, welche Risikoklasse Sie wählen möchten. Nachfolgend werden die einzelnen Vorsorgeformen hinsichtlich Ihrer jeweiligen Risiken dargestellt.

Riester-Rente mit Banksparplan

Ein Verlust ist nahezu unmöglich. Die Anbieter des Sparplans haften laut Gesetz mit ihrem Eigenkapital sowohl für das eingezahlte Sparvermögen, als auch für die staatlichen Förderungsbeträge. Das Kapital wird von den Anlagegesellschaften nicht riskant angelegt. Fazit: geringes Risiko

Riester-Rente mit Fondssparplan

Anders als bei der Variante mit Banksparplan werden die Gelder hier durch Fondsgesellschaften in Aktien- und Rentenfonds angelegt. Wertverluste und Kursschwankungen sind somit möglich. Garantiert sind jedoch zum Laufzeitende das eingezahlte Kapital inklusive Förderungszulagen. Zwischenzeitliche Verluste sind somit nur im Falle eines vorzeitigen Verkaus ein Probelm. Im Gegensatz zum Banksparplan liegt hier ein mittleres Risiko vor, jedoch sind auch deutlich höhere Renditen möglich.

Riester-Rente mit privater Rentenversicherung

Da die private Rente nicht wie bei der Lebensversicherung auf einen Schlag sondern monatlich als garantierte lebenslange Rente ausgezahlt wird, ist das Risiko sehr gering. Das Anlagevermögen wird gestreut investiert. Schwerpunkt bilden sichere festverzinsliche Wertpapiere. Für den Kunden sicher ist die garantierte Verzinsung von derzeit 2,25 % über die gesamte Laufzeit. Darüber hinaus ist - wie bei anderen Riester-Verträgen - staatlich zugesichert, dass das eingezahlte Kapital nicht verloren geht. Für den absoluten Ernstfall steht die Sicherungseinrichtung Protektor zur Verfügung. Diese verfügt über Rücklagen in Höhe von 647 Mio. Euro (Stand Dez. 2007).

Wohn-Riester

Bei der Wohn-Riester fördert der Staat die Bildung von Wohneigentum (die Abzahlung von neuen Hypothekendarlehen) durch Steuervorteile oder Direktzuschüsse. Die Anlagen werden nicht an der Börse investiert. Sie fließen direkt in die Schuldentilgung der privaten Haushalte. Es liegt somit kein Risiko vor.

Kapital-Lebensversicherung

Die Versicherungsgesellschaften investiert in festverzinsliche Wertpapiere, Immobilien und Aktien. Die Quoten sind für deutsche Gesellschaften gesetzlich geregelt. Es dürfen bis zu 30% in Aktien angelegt werden. Hinsichtlich der Verzinsung muss der Versicherer auf jeden Fall den Garantiezins gewähren (bei Neuverträgen 2,25%, sonst bis zu 4%). Sicher sind auf jeden Fall das eingezahlte Vermögen sowie die bereits gezahlten Zinsen. Die weitere Entwicklung/Wertsteigerung hängt von den Kapitalmärkten ab. Für den absoluten Ernstfall steht die Sicherungseinrichtung Protektor zur Verfügung. Diese verfügt über Rücklagen in Höhe von 647 Mio. Euro (Stand Dez. 2007). Das Risiko ist somit als gering einzustufen.

Rürup-Rente

Bei der aus steuerlichen Aspekten besonders für Selbstständige interessante Vorsorgeform werden die Gelder der Anleger ebenso wie bei der Riester-Rente entweder konventionell oder fondsgebunden angelegt. Das Risiko von Wertschwankungen ist bei der fondsgebundenen Variante höher und es gibt hier keine Zins-Garantie (ansonsten 2,25%). Der Versicherte trägt bei Börsenverlusten domit das volle Risiko.
Für den absoluten Ernstfall steht die Sicherungseinrichtung Protektor zur Verfügung. Diese verfügt über Rücklagen in Höhe von 647 Mio. Euro (Stand Dez. 2007). Je nach Anlageform (konservativ oder fondsgebunden) geht man hier ein geringes bis mittleres Risiko ein.

Betriebliche Altersvorsorge / Pensionskasse

Die Beiträge fließen hier zum größten Teil in Investment- und Rentenfonds. Nur ein Teil des Geldes darf in Aktien angelegt werden. Garantiert ist eine Basisverzinsung von 2%. Durch die Abhängigkeit von den Börsen kann es zu Kursschwankungen kommen. Für den absoluten Ernstfall steht die Sicherungseinrichtung Protektor zur Verfügung. Diese verfügt über Rücklagen in Höhe von 647 Mio. Euro (Stand Dez. 2007). Aber Achtung, nicht jeder Versicherer ist durch Protektor geschützt. Dies gilt es zu prüfen, da sonst der Arbeitgeber für die Auszahlung geradestehen muss, was ggf. nicht immer realistisch ist. Es liegt ein mittleres Risiko vor.

Betriebsrente

Betriebsrenten unterliegen strengen Auflagen und die jeweiligen Pensionskassen werden direkt von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) überwacht. Die monatliche Auszahlung der Rente erfolgt ohne Kürzungen. Lediglich Überschüsse und prognostizierte Rentensteigerungen sind durch Börse und Kapitalmarkt nicht vorherhersehbar. Gerät eine Pensionskasse in die Krise, übernimmt der Pensions-
Sicherungs-Verein die Zahlung. Das Risiko dieser Vorsorgeform ist somit gering.

alle Angaben ohne Gewähr


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